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Archiv – News

GUV Gera/ Gramme präsentiert sich beim Treffen mit dem Ausschuss für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten des Thüringer Landtags engagiert und tatkräftig

GUV Gera/ Gramme präsentiert sich beim Treffen mit dem Ausschuss für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten des Thüringer Landtags engagiert und tatkräftig

Der Vorstand des Landeswasserverbandstag Thüringen e.V. hat in bewährter Tradition den neu gebildeten Ausschuss für Umwelt, Energie, Naturschutz und Forsten des Thüringer Landtags zu einem Business-Frühstück nach Erfurt eingeladen. Themen des Treffens waren selbstredend alle Aspekte ums Gewässer sowie die Gewässerunterhaltung. Dementsprechend bildete den Auftakt ein kurzer Rundgang durch die Innenstadt in Erfurt entlang des Bergstroms und des Walkstroms und demgemäß entlang der Gewässer zweiter Ordnung im Wirkungskreis des Gewässerunterhaltungsverbandes Gera/Gramme (GUV G/G).

Was lag daher näher, als das der GUV G/G, der selbst seinen Sitz in Erfurt hat, auch die Organisation des praktischen Teils übernahm und insoweit die Chance wahrnahm, dem Umweltausschuss die tägliche Arbeit bzw. die Besonderheiten der Gewässerunterhaltung im städtischen Raum näher zu bringen.  

  • Abbildung 1 Rundgang mit Vertretern des Umweltausschusses, des Vorstandes des LVT sowie des GUV Gera/ Gramme Teilnehmer von links nach rechts: Moritz Kalthoff (Umweltausschuss), Sebastian Klein (Geschäftsführer GUV Obere Saale/ Orla), Carmen Ballin (Verbandsingenieurin GUV Gera/Gramme), Ramona Heinemann (Geschäftsführerin GUV Gera/Gramme), Christina Tasch (Vorsitzende Umweltausschuss);Jens Thomas (Umweltausschuss); Klaus Hänseroth (Präsident LVT), Nadine Hoffmann (stellv. Vorsitzende Umweltausschuss); Dr. Frank Augsten (Umweltausschuss), Kai-Michael Urspruch (Vorstandsmitglied LVT)

  • Abbildung 2 Blick auf den Bergstrom in richtung Mainzerhofstraße; Sohlmahd in Handarbeit

Vor Ort konnten die Teilnehmenden daher konkrete Maßnahmen unmittelbar in Augenschein nehmen, wie z.B. auch die Maßnahmen im Bereich der Langen Brücke. Aufgrund der hier vorherrschenden zu geringen Fließgeschwindigkeit sowie einer vorhandenen Sohlschwelle kommt es regelmäßig zu erheblichen Sedimentablagerungen im Bergstrom (siehe auch Abb. 3 und 4), die dann mittels Flussfege aufwendig zu beseitigen sind. Im Sommer erfordert die Gewässerentwicklung zusätzlich aufgrund des niedrigen Wasserdargebots (Niedrigwassermanagement) eine sorgfältige Planung, um die ökologische Funktion des Gewässers zu erhalten.

  • Abbildung 3 Sedimentablagerung Bergstrom

  • Abbildung 4 Sohlschwelle Bergstrom

Damit die Gewässerunterhaltung hier perspektivisch effektiver und vor allem wirtschaftlicher wird, ist der Einbau von Steinwalzen (siehe Abb. 5 und 6) vorgesehen. Hierdurch wird eine dauerhafte und verlässliche Sicherung des Uferbereichs ermöglicht und die Fließgeschwindigkeit des Gewässers verbessert. Die zusätzlich geschaffenen Grünflächen dienen als Rückzugsort für Amphibien und Kleinstlebewesen.

  • Abbildung 5 Steinwalzen befüllen

  • Abbildung 6 Bergstrom mit bereits eingebauten Steinwalzen

Am 25.07.2025 konnte man insoweit unseren Mitarbeitern über die Schulter schauen, die mit Freude und Einsatz dieses interessante Projekt am Standort Nonnengasse in Erfurt umsetzten.

Abbildung 7 Mitarbeiter des GUV Gera/Gramme beim Einbau von Steinwalzen im Bereich der Nonnengasse

Dank auch an die Verbandsingenieurin Frau Ballin für Ihre umfangreichen fachlichen Ausführungen während des Rundgangs, die dem Umweltausschuss sicher wichtige Einblicke in die tägliche Arbeit der GUV gewährt haben.

Erfurt, den 01.08.2025

Ramona Heinemann
-Geschäftsführerin-
Die Rückkehr des Bibers in unserem Verbandsgebiet - Teil 2

Die Rückkehr des Bibers in unserem Verbandsgebiet - Teil 2

Im Verbandsgebiet des Gewässerunterhaltungsverbandes Gera/Gramme besiedelt der Biber zwischenzeitlich neben dem Gewässer I. Ordnung Gera nunmehr auch die Gewässer 
II. Ordnung: Gramme, Vippach, Mahlgera, Mühlgraben Gispersleben und die Schmale Gera.

Schon seit Ende des Jahres 2024 können wir beobachten, dass der Biber einen Damm in der Gramme nördlich vom Erfurter Ortsteil Wallichen in Höhe der Kläranlage errichtet hat. Damit erhöht der Biber den Wasserstand im Gewässer um schwimmender Weise den Eingang zu seinem Erdbau im Uferbereich zu erreichen – leider verursachte er damit auch einen Rückstau in die bestehende Infrastruktur.

  • Foto 1: Anfänge des Biberdamms

  • Foto 2: Fraßspuren im Staubereich

Im nunmehr vorzunehmenden Abwägungsprozess erfolgten dann mehrere gemeinsame Ortstermine mit dem Umwelt- und Naturschutzamt der Stadtverwaltung Erfurt sowie dem Gewässerunterhaltungsverband Gera/Gramme. Im Ergebnis hierzu erließ die zuständige Behörde mit Datum vom 17.Januar 2025 den Bescheid zum Einbau einer Drainage in den Biberdamm zur Absenkung des Wasserspiegels. Diese Maßnahme soll den Wasserabfluss regulieren, damit bestehende genehmigte Einleitungen in die Gramme nicht weiter beeinträchtigt werden und das Überschwemmungsrisiko verringert wird. Ein in erster Verfügung ursprünglich durchgeführter Materialabtrag des Dammes erwies sich leider als wirkungslos, da der Biber den Damm sofort wieder erhöhte. Somit wurde durch die Mitarbeiter des GUV Gera/Gramme am 28. Januar 2025 unter nicht ganz einfachen Bedingungen eine Biberdammdrainage eingebaut und zur Kontrolle des Wasserstandes im Oberwasser eine Pegellatte installiert.

 

  • Foto 3: Einbau einer Drainage

  • Foto 4: Installation Pegellatte

Allerdings erwies sich auch diese Wasserstandsenkung als noch nicht ausreichend, da der Biberdamm trotzdem den dauerhaften Einstau von Wasser aus der Gramme in das Trinkwasserleitungssystem der Fernwasserversorgung bewirkte. Somit bestand weiterhin ein hohes Risiko einer mikrobiellen Kontamination des Trinkwassers. Zur dementsprechenden Gewährleistung einer unbedenklichen Beschaffenheit des Trinkwassers, musste daher dringend im Bereich des Einleitungsbauwerkes der Fernwasserleitung der Wasserstand um 
ca. 60 cm zusätzlich abgesenkt werden. Einzige Möglichkeit zur Absenkung auf dieses Niveau bestand im teilweisen Rückbau des vorhandenen Biberdammes. Um trotzdem das für die Tiere notwendige Niveau des Wasserstandes im Zugang des Biberbaus zu erhalten, wurde durch den GUV auf der Grundlage des erlassenen Bescheides der Unteren Naturschutzbehörde vom 24. März 2025 ein Ersatzdamm oberhalb des Einleitbauwerkes und unterhalb des ersten bekannten Biberbaus initiiert. Dieser kann von den Tieren ggfls. selbstständig erweitert werden, da der Ersatzdamm außerhalb des für die Fernwasserleitung kritischen Gewässerabschnitts liegt.
 
  • Foto 5: Initiierung Damm

  • Foto 6: Einleitungsbauwerk der Ohraleitung ohne Einstau

Im Rahmen nachfolgender Kontrollen durch den GUV und die Untere Naturschutzbehörde wurde festgestellt, dass die Biber den Rückstau durch den künstlichen Damm nutzen, um oberhalb einen „eigenen“ Damm zu errichten.

Um den Biber zukünftig in diesem Bereich mehr oder weniger „freie Hand“ hinsichtlich seiner wertvollen Landschaftsgestaltung zu ermöglichen, erfolgt noch in diesem Jahr durch den Betreiber der Fernwasserleitung ein Umbau des Einleitbauwerkes.

Erfurt, den 16.06.2025

 

Anette Albrecht
Verbandsingenieurin

27. Erfurter Entenrennen (12.04.2024)

Gewässerunterhaltungsverband unterstützt das 27. Erfurter Entenrennen

Nach vier Jahren Zwangspause heißt es wieder „Zeit, um die Wette zu schwimmen“ und damit eine alte Erfurter Tradition erneut aufleben zu lassen. Um die Wette schwimmen dabei  nicht die Mitarbeiter des Gewässerunterhaltungsverbandes, sondern viel mehr die 3.000 selbstgestalteten Enten von Künstlern jeden Alters.

Der Start des Entenrennens findet 11 Uhr im Luisenpark statt. Im Anschluss gehts auf eine rasante Schipperfahrt über die Erfurter Innenstadtgewässer bis die Enten unterhalb der Krämerbrücke schließlich ihr Ziel nach etwa 1,5 Stunden erreichen werden. Damit auch jede Rennente ans Ziel gelangt, werden die Mitarbeiter der Gewässerunterhltungsverbandes die Strecke ablaufen und in Geäst verfangene Enten befreien.

Jeder der die Chance nach dem Rennen nutzen möchte, seine persönlich gestaltete Rennente zurück zu erhalten, hat die Möglichkeit in der Waagegasse im Innenhof von Hans im Glück seine Ente abzuholen. Für die Suche bildet das Erfurter Citymanagement 2 Gruppen mit unterschiedlichen Farbtickets und Abholzeiten, die zuvor an der Bühne am Wenigemarkt abgeholt werden können.

Redaktionelle Ergänzung nach Abschluss des Entenrennens: „Alle Enten sind unter unserer Obhut sicher im Ziel gelandet :-) “

Erfurt, den 12.04.2024

Carmen Ballin
Verbandsingenieur

Die Rückkehr des Bibers in unserem Verbandsgebiet Teil 1 (19.02.2024)

Die Rückkehr des Bibers in unserem Verbandsgebiet

Immer öfter können Nagespuren und umgestürzte Baumstämme mit kegelförmigen Anspitzungen an den Ufern unserer heimischen Fließgewässer beobachtet werden.

Verantwortlich für diese „Unordnung“ ist das größte heimische Nagetier, der Europäische Biber (Castor Fiber). Er benagt und fällt Gehölze, um an die saftigen Zweige und Triebe zu gelangen, welche insbesondere im Winterhalbjahr die Hauptnahrung der Tiere darstellen. Im Sommer ernährt sich das rein vegetarisch lebende Tier von Feldfrüchten, Gräsern und Kräutern.

Nach jahrhundertelanger Abwesenheit aufgrund von intensiver Bejagung breitet sich das nunmehr streng geschützte Tier von einem Restvorkommen in der Elbe über die Saale wieder in Thüringen aus. Mittlerweile wird von einer Population von etwa 700 Individuen im Freistaat ausgegangen. Im Verbandsgebiet des Gewässerunterhaltungsverbandes Gera/Gramme besiedelt der Biber bereits heute wieder die Flüsse Gera, Gramme, Vippach, Mahlgera und Schmale Gera.  Von einer weiteren Ausbreitung ist auszugehen.

Biber sind bestens an das Leben im und am Wasser angepasst. Ihr dichter Pelz schützt sie vor Nässe und Kälte und die Schwimmhäute an den Hinterpfoten sorgen mit dem abgeflachten Schwanz (der sog. „Kelle“) für schnelles Fortkommen im Wasser.

Als Fortpflanzungs- und Ruhestätte dient Bibern ein Erdbau im Uferbereich von Gewässern. Der Eingang zu dieser sogenannten „Burg“ liegt zum Schutz vor Fraßfeinden immer unterhalb der Wasserlinie. Sollte der Wasserstand zu niedrig sein, kann der Biber durch das Anlegen der charakteristischen Staudämme die Wasserhöhe regulieren. So kann es auch zu großflächigen Vernässungen bis zur Schaffung neuer Standgewässer kommen.

Der Biber gilt daher als herausragender Landschaftsgestalter, der für zahlreiche andere wassergebundene Arten Lebensräume schaffen kann. Jedoch kann die Bautätigkeit des Bibers auch zu Konflikten mit dem Menschen führen. So können beispielsweise landwirtschaftlich genutzte Flächen unterhöhlt oder vernässt werden. Ebenso können Siedlungsflächen und Verkehrswege geschädigt werden. In solch einem Fall entscheidet die zuständige Untere Naturschutzbehörde, ob Maßnahmen, welche den Biber oder seine Lebensstätte beeinträchtigen können, genehmigt und ergriffen werden können. Das eigenmächtige und unerlaubte Handanlegen an Biberdamm oder -burg stellt im Übrigen einen Straftatbestand dar, welcher durch die Staatsanwaltschaften zu verfolgen ist.

Bei Rückfragen zum Umgang mit dem Biber können die Unteren Naturschutzbehörden, das Kompetenzzentrum Wolf, Biber,Luchs (https://umwelt.thueringen.de/themen/natur-artenschutz/kompetenzzentrum) oder der Gewässerunterhaltungsverband Auskunft erteilen.

Erfurt, den 19.02.2024

 

Markus Hanf

Verbandsingenieur